Schulpartnerschaften

Norwegen

"Zwischen Annemarie-Polka und Stockfisch" - Unser Norwegen-Projekt geht zu Ende

Deutschland und Norwegen haben mehr Gemeinsamkeiten, als man denkt. In Norwegen leben die Samen, eine nationale Minderheit – wie wir Sorben und Wenden hier in der Lausitz. In den vergangenen drei Jahren hat das Niedersorbische Gymnasium Cottbus eine intensive Partnerschaft mit der Skedsmo videregaende skole (eine Schule vergleichbar eines Oberstufenzentrums) gepflegt. Gefördert vom europäischen Programm-Erasmus+.

Ziel war vor allem das Kennenlernen der Kultur und Traditionen beider Partner. Was hier geschrieben vielleicht ein bisschen trocken klingt, war in Wirklichkeit eine überaus interessante, spannende und unvergessliche Erfahrung!

In jedem Jahr haben sich die jeweils 11. Klassen der beiden Schulen zweimal getroffen. Im September bei uns und im März in Norwegen.

Im ersten Jahr haben wir uns dem Thema „Mode“ gewidmet. Allerdings nicht in erster Linie den Trachten, sondern der Alltagsmode des jeweils anderen Landes. Und dabei haben wir wie zu erwarten festgestellt: so unterschiedlich ist die gar nicht. Aber natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, den Norwegern unsere Trachten quasi bis ins letzte Detail näher zu bringe. So gab es z.B. einen Stickkurs in Heimatmuseum Dissen. Und wir haben gezeigt, dass die sorbische/wendische Tracht durchaus alltagstauglich ist und modern angepasst werden kann. Die Inspirationen während des Besuchs der Norweger sind danach in den Kunstunterricht eingeflossen - moderne traditionelle Kleidung sind entstanden, angelehnt an unsere Tracht. Präsentiert wurden die einzigartigen Modelle bei der „schadowanka“.

In Norwegen wurden uns von einer Trachtenschneiderin die unterschiedlichen regionalen Trachten gezeigt und erklärt. Viele der Schülerinnen sind stolz eine Tracht zu besitzen und tragen diese auch am Nationalfeiertag oder zu anderen festlichen Anlässen.

Das zweite Jahr stand unter dem Motto „Tanz und Musik“. Wir sind mit unseren norwegischen Gästen nach Bautzen gefahren und haben gemeinsam mit ihnen und Tänzern des sorbischen Nationalensembles natürlich die Annemarie-Polka getanzt. Zum alljährlichen Weihnachtkonzert durfte ein norwegisches Weihnachtslied natürlich nicht fehlen.

Auch in Norwegen konnten wir verschiedene Volkstänze kennenlernen und in der Praxis ausprobieren. An der norwegischen Schule mussten wir erfahren, dass das Unterrichtsfach Musik leider nicht bis zum Abitur unterrichtet wird.

Das dritte Projektjahr hat sich dem Thema „Esskultur“ gewidmet. In Burg (Spreewald) haben wir den Norwegern die typisch Spreewälder Küche nicht nur gezeigt – sondern sie mit viel Freude gemeinsam zubereitet. Bei einem Kochkurs mit Spreewaldkoch Peter Franke haben wir leckere Kräuteraufstriche, Schmorgurken und Eierkuchen zubereitet und natürlich auch genossen. Ein Höhepunkt für unsere Gäste war auch das Einlegen unserer berühmten Spreewälder Gurken.

Der für den März 2020 geplante Gegenbesuch bei den Norwegern musste aufgrund der Corona-Pandemie leider ausfallen. Dennoch können wir abschließend nur sagen: die vergangenen 3 Jahre waren nicht nur lehrreich, sondern vor allem auch unterhaltsam und außergewöhnlich. Deutsch-Norwegische Freundschaften sind entstanden und werden weiter gepflegt. Ein schöneres Ergebnis kann man sich nicht wünschen!

Vielen Dank an Erasmus+ für die Ermöglichung dieses tollen Projektes!

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