Dolnoserbski internat

adresa: Žylojska droga 39
03044 Chóśebuz
wjednica: Bianca Kökenyes
e-mail: internat.chosebuz@witaj.domowina.de
homepage: http://www.witaj-sprachzentrum.de/...
telefon: 0355 - 49 44 76 - 3
faks: 0355 - 49 44 76 - 4

Das Internat ist eine Einrichtung der öffentlichen Jugendhilfe.

Seit September 2003 ist der Träger die Domowina – Bund Lausitzer Sorben.

Räume

Die 22 Zimmer sind 15-20 m² groß, gemütlich eingerichtet und erhalten durch persönliche Dinge eine ganz individuelle Note. Es gibt 6 Einzelzimmer und 16 Doppelzimmer. Zu jedem Zimmer gehört ein komplett eingerichtetes Bad.

Außerdem verfügt jedes Zimmer über einen Internetanschluss und einen Kabelanschluss für ein Fernsehgerät. Auf jedem der drei Stockwerke gibt es einen Gemeinschaftsraum. Ein Fernsehraum, ein Fitnessraum, ein Studienraum mit 4 PC, ein Bastelraum und ein Musikraum sowie ein Fahrradkeller stehen für den Freizeitbereich zur Verfügung. In der untersten Etage befindet sich ein großer Klubraum, in dem Veranstaltungen und Vorträge stattfinden.

Ebenfalls in der unteren Etage befinden sich das Erzieherzimmer und ein kleiner Besprechungsraum.

Das Internat, deren pädagogisches Konzept auf dem situationsorientierten Ansatz basiert, hat 45 Plätze. Das Gebäude befindet sich gleich in der Nähe des Niedersorbischen Gymnasiums (2 min Fußweg)

Die Außenfläche ist nicht groß, die Kinder können aber die Fläche nutzen, um in ihrer Freizeit Tischtennis zu spielen.

Lernbedingungen im Internat

Das Raum- und Materialangebot im Internat, ist so konzipiert, dass jedem Kind verschiedene Materialien, Lexika, Pc´s zur Verfügung stehen, ihre Hausaufgaben bestmöglich zu absolvieren. Die Erzieher stehen ihnen dabei zur Seite und übernehmen die Kontrollfunktion. Unterschiedliche Materialien können genutzt werden, um Vorträge und Plakate gut zu gestalten. Durch die geregelte Studienzeit haben die Kinder die Möglichkeit sich voll und ganz auf die Schule zu konzentrieren. Lerngruppen, Lernpatenschaften werden angeboten in Absprache mit den jeweiligen Lehrern der Schule.

Tagesablauf

Schüler der 5. bis 8. Klassen

- werden versorgt sowie im Alltag begleitet und betreut

6.30 Uhr Wecken

6.45 Uhr gemeinsames Frühstück

7.30 Uhr Schule

16.00 – 17.00 Uhr begleitete Hausaufgaben- und Lernzeit

17.00 Uhr gemeinsames Vorbereiten des Abendessens

18.00 Uhr Abendessen

19.00 Uhr – 20.30 Freizeit mit Angeboten der Erzieher

20.30 Uhr Vorbereiten zur Nachtruhe

21.00 Uhr Nachtruhe

Schüler der 9. bis 12. Klassen

- sind selbständig organisiert, versorgen sich selbst und erhalten bei Bedarf Anleitung und Unterstützung durch die Erzieher

7.30 Uhr Schule

ab 14.00 Uhr Studien- und Hausaufgabenzeiten

Angebote der Erzieher oder selbstständige Hobby- und Freizeitaktivitäten

bis 20.00 Uhr gemeinsames Abendessen

bis 21.00 Uhr Freizeit

21.30 Uhr Nachtruhe

22.00 Uhr Hausruhe

Ziele und Formen der pädagogischen Arbeit

In unserem Internat sollen sich die Kinder wohl fühlen. Das Internat ist familienergänzend, kein Ersatz für die Familie. Für Kinder und für Eltern und auch für Lehrer sind die Erzieherinnen Ansprechpartner. Sie unterstützen bei der Lösung von Problemen.

Die Kinder leben in 3 Lebensbereichen, die Schule, das Internat und am Wochenende die Familie. Nur wenn alle 3 Bereiche eng miteinander arbeiten, kann man das Beste für das Kind erreichen. Und das geht nur, wenn gegenseitige Erwartungen, Interessen und Anforderungen bekannt sind und abgesprochen werden. Das heißt auch, dass die Erzieher auf die Mitarbeit und auf das Vertrauen der Eltern angewiesen sind. Gespräche zwischen Eltern und Erziehern finden regelmäßig statt. In Einzelfällen setzt sich der Erzieher auch mit einzelnen Lehrern auseinander.

Durch diese verschiedenen Formen der Zusammenarbeit, wie zum Beispiel Elterngespräche, Briefe, Feste, Elternabende usw. können Sie als Eltern und wir als Fachkräfte, wichtige Informationen, die Ihr Kind betreffen, erhalten.

Es kommt vor, dass wir einige Eltern sehr selten sehen. Aus diesem Grund bekommen Sie öfter Elternbriefe, damit Sie über die Arbeit und aktuelle Situation informiert sind.

Identifizierung mit der eigenen Kultur Im Internat wird sorbisch gesprochen. Für uns ist es wichtig, die sorbische Kultur und Sprache zu fördern und zu fordern. Dabei spielen Erfahrungen der Kinder eine wichtige Rolle.

Heute ist es so, dass viele Kinder keinen Bezug mehr zur sorbischen Sprache und Kultur haben. Aber die Eltern und Kinder haben sich für das Niedersorbische Gymnasium und das Niedersorbische Internat entschieden. In der Lausitz leben noch einige Menschen, die die sorbische Sprache beherrschen und auch anwenden.

Als Zeichen der regionalen Verbundenheit lernen heute Kinder in Kindergärten und Schulen im Rahmen des Witaj -Unterrichtes sorbisch. Wichtig ist, dass die Kinder ein tiefes Verständnis für ihre Sprache und Kultur erlangen. Es ist die Sprache ihrer Vorfahren, es ist die Geschichte ihrer Vorfahren.

Die Sorben sind die letzten Vertreter der Slawen, die zur Zeit der Völkerwanderung vor mehr als 1 400 Jahren das Gebiet zwischen Saale, Oder, Erzgebirge und Havel besiedelten. Im Mittelalter schrumpfte ihr Lebensraum, ganze Stämme lösten sich in der deutschen Mehrheitskultur auf. Nur den Lausitzer Sorben gelang es, Sprache und Kultur zu erhalten.

Durch das gemeinsame Erleben beim Pflegen der Bräuche im Internat wächst das Verständnis und die Akzeptanz. Das Sorbische begleitet die Kinder Tag täglich und irgendwann erkennen sie, dass das Sorbische ein Teil ihrer eigenen Identität ist.

Dass das Erlernen von Sprachen wichtig für die kognitive Entwicklung des Kindes ist, ist jedem bewusst. Das Erlernen von Sprachen gehört zur Normalität. Ein Großteil der Erdbevölkerung spricht mehrere Sprachen. Als Zeichen der Verbundenheit mit der Region und um das Aussterben der Sprache und der Kultur entgegenzuwirken, legen wir ein besonderes Augenmerk auf den Erhalt der Sprache.

Mit jeder untergehenden Sprache wird das Wissen einer ganzen Kultur ausgelöscht.

Einige Schüler kommen aus Familien, in denen die Großeltern noch sorbisch sprechen. Sie sind im niedersorbischen Gymnasium, weil sie die Sprache intensiv lernen und anwenden wollen. Viele Schüler sind aber auf dem niedersorbischen Gymnasium, weil ihnen das Gebäude und die Kurse gefallen. Sie hatten bisher wenig Kontakt zum sorbischen Ummenu2feld.

Um einen gemeinsamen Nenner zu finden, bedarf es viel Feingefühl. Durch das Pflegen sorbischer Bräuche, Singen sorbischer Lieder, fällt es den meisten leichter.

Feste und Projekte sind etwas Besonderes und bieten die Gelegenheit, Kontakte zwischen Eltern, Schülern und Erzieherinnen zu intensivieren und gleichzeitig Bräuche und Traditionen zu pflegen. Im Internat sind das die Vogelhochzeit, der Zapust, die Osterbräuche, Erntebräuche, die Kirmis, das Internatsfest und das Weihnachtsfest.